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MRT und CT: Unverzichtbare Säulen moderner Medizin
Manfred Baldt
Die bildgebende Diagnostik mit Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer tragenden Säule klinischer Entscheidungswege entwickelt. Operative Eingriffe, onkologische Therapieplanungen, Notfallentscheidungen und Verlaufskontrollen sind heute vielfach ohne die präzisen Schnittbildverfahren nicht mehr denkbar. Die hohen Anforderungen an Diagnosesicherheit und Therapieplanung machen exakte bildgebende Verfahren zur Vorausbedingung vieler Behandlungswege.
Internationale Statistiken zeigen ein stetiges Wachstum der CT- und MRT-Untersuchungen. Eurostat und OECD-Daten zeigen, dass die Zahl der MRT- Untersuchungen in den meisten europäischen Ländern in der letzten Dekade deutlich angestiegen ist; die Zuwächse variieren jedoch nach Land und Versorgungsstruktur. Für die EU liegen konsistente Zunahmen der MR-Untersuchungen zwischen 2012 und 2022 vor; nationale Verläufe unterscheiden sich je nach Verlagerung von Leistungen zwischen Spital und ambulantem Sektor1.
Diese Wachstumsdynamik lässt sich medizinisch begründen: verbesserte Bildqualität, neue Sequenzen und schnellere Geräte ermöglichen Untersuchungen, die früher nicht möglich oder nur ungenügend aussagekräftig waren. Zugleich ersetzen MRT und CT in vielen Indikationsbereichen klassische Röntgenaufnahmen oder ergänzen und ersetzen zunehmend Ultraschalluntersuchungen.
Auch wenn CT/MRT Untersuchungen grundsätzlich zu den teureren Verfahren zählen, so helfen sie doch unnötige Operationen und überflüssige invasive Eingriffe vermeiden. So werden Patient*innen geschont und das Gesundheitssystem entlastet. In der Prävention spielen CT und MRT-Untersuchungen in einer Vielzahl von Fällen eine wesentliche Rolle, so helfen sie in der Schlaganfallprävention, da das MRT kleine Gefäßveränderungen erkennt, bevor es zu einem Infarkt kommt. Auch in der Krebsvorsorge sind sie essenziell, da sie dabei helfen Tumore (z.B. Erkennung von Lungenkrebs, Lebermetastasen etc.) frühzeitig zu entdecken. Zunehmende Bedeutung haben CT und MRT vor allem auch in der Krebsnachsorge zur Kontrolle der Wirksamkeit bzw. zum Management von Chemo- und Immuntherapien. Der Vorteil ist dabei, dass CT und MRT hochauflösende Bilder liefern, die eine genaue Diagnose und Charakterisierung von Tumoren und deren Verlauf ermöglichen.
Der anhaltende Mangel an qualifiziertem Personal stellt sowohl CT/MRT Institute als auch stationäre Krankenanstalten zunehmend vor große Herausforderungen. Weniger Mitarbeiter:innen aber auch weniger Fachärzte bedeuten automatisch eine geringere Zahl an möglichen Untersuchungen. Verstärkt wird dieser Druck durch die steigende Inflation und die hohen Energiepreise, aber auch durch die zunehmenden finanziellen Belastungen der Umsetzung zahlreicher Digitalisierungsprojekte (ELGA, Diagnose Codierung etc.).
Damit CT und MRT ihre zentrale Rolle im medizinischen Alltag behalten und entsprechend dem medizinischen Fortschritt ausbauen können, bedarf es eines klaren Bekenntnisses seitens der politischen Entscheidungsträger zur modernen Medizin. Nur durch gezielte Investitionen in moderne Bildgebung lassen sich Fehlbehandlungen vermeiden, Prävention stärken und die Qualität der Patientenversorgung langfristig sichern.
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