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Gemeinsam für ein starkes Gesundheitssystem der Zukunft

Karlheinz Kornhäusl

Dr. Karlheinz Kornhäusl Steirischer Landesrat für Gesundheit, Pflege, Kultur
Dr. Karlheinz Kornhäusl Steirischer Landesrat für Gesundheit, Pflege, Kultur

Wir haben im österreichischen Gesundheitswesen ohne Zweifel große Herausforderungen. Diese müssen wir klar ansprechen und entschlossen angehen. Aber ich lasse mir unser Gesundheitssystem auch nicht schlechtreden. Österreich verfügt über eine hervorragende medizinische Versorgung, die international ihresgleichen sucht. Dieses hohe Niveau ist das Ergebnis jahrzehntelanger gemeinsamer Anstrengungen von Politik, Gesundheitsberufen, Wissenschaft und Gesellschaft.

Angesichts steigender Lebenserwartung, zunehmender chronischer Erkrankungen, des medizinisch-technischen Fortschritts und des Fachkräftemangels stehen wir jedoch vor grundlegenden strukturellen Aufgaben. Um auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe und leistbare Versorgung sicherzustellen, müssen wir Gesundheitspolitik konsequent bundesländerübergreifend denken und gestalten.
 

Patientenorientierung statt Landesgrenzen

Patientinnen und Patienten orientieren sich nicht an Landesgrenzen – und das sollte das Gesundheitssystem auch nicht tun. Ob in der Notfallversorgung, bei hochspezialisierten Behandlungen oder der Nutzung moderner Diagnostik: Durch abgestimmte regionale und überregionale Kooperationen könnten Ressourcen effizienter genutzt, medizinische Expertise gebündelt und Versorgungslücken geschlossen werden. Besonders bei seltenen Erkrankungen oder komplexen Therapien ist es weder medizinisch sinnvoll noch wirtschaftlich vertretbar, jedes Angebot in jedem Bundesland zur Verfügung zu stellen. Stattdessen braucht es abgestimmte Versorgungsnetzwerke, die unabhängig vom Wohnort Zugang zur bestmöglichen Behandlung sichern.
 

Klare Strukturen und einheitliche Rahmenbedingungen

Damit diese überregionalen Strukturen wirksam werden können, braucht Österreich klare Leitlinien und Rahmenbedingungen. Der derzeitige Wildwuchs an Zuständigkeiten und Finanzierungsströmen erschwert eine abgestimmte Planung erheblich. Unterschiedliche Finanzierungsmodelle und das Fehlen eines bundesweit einheitlichen Honorarkatalogs für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte führen zu Ungleichheiten, die sachlich nicht zu rechtfertigen sind. Es darf nicht sein, dass die Behandlung eines Patienten bzw. einer Patientin in einem Bundesland mehr „wert“ ist als in einem anderen.
 

Masterplan Gesundheit Österreich

Deshalb braucht es einen Masterplan Gesundheit Österreich. Ein modernes Gesundheitssystem braucht klare Strukturen, einheitliche Finanzierungsgrundlagen und abgestimmte Verantwortlichkeiten und eine vernünftige Lenkung der Patientinnen- und Patientenströme. Dieser Masterplan soll in einem breit angelegten Diskussionsprozess entstehen, in dem Bund, Länder, Sozialversicherung, Gesundheitsberufe und weitere Partner gleichberechtigt eingebunden werden. Der Prozess muss die Dimension des Österreich-Konvents erreichen – mit dem klaren Ziel, zukunftsfähige Maßnahmen nicht nur zu entwickeln, sondern auch rasch umzusetzen.

Ein solcher Masterplan soll sicherstellen, dass alle Menschen in Österreich, unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu einer gleichwertigen und hochwertigen medizinischen Versorgung haben. Dabei müssen wir neue Versorgungsformen, Digitalisierung, Telemedizin und sektorübergreifende Informationssysteme als Chance begreifen und österreichweit abgestimmt einsetzen.
 

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Entscheidend für den Erfolg wird jedoch die Zusammenarbeit sein. Nur wenn alle Beteiligten offen miteinander reden, Verantwortung teilen und gemeinsame Ziele verfolgen, kann unser Gesundheitssystem auch in Zukunft stark bleiben. Dafür arbeite ich jeden Tag, damit die Gesundheitsversorgung keinen Unterschied mehr macht, egal wo jemand lebt.

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