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Die Gesundheit einer Gesellschaft

Daniela Gutschi

Mag.a Daniela Gutschi, Salzburger Landesrätin für Gesundheit und Krankenanstalten, Bildung, Frauen, Naturpark Antheringer Au, Wissenschaft und Forschung
Mag.a Daniela Gutschi, Salzburger Landesrätin für Gesundheit und Krankenanstalten, Bildung, Frauen, Naturpark Antheringer Au, Wissenschaft und Forschung

Wissenschaftlicher Fortschritt und unser hervorragendes Gesundheitssystem haben dazu geführt, dass wir alle länger leben. Die gemeinsame Aufgabe der nächsten Jahre ist es, dieses längere Leben auch gesund zu gestalten – mit starker Prävention, guter Orientierung und moderner, gut vernetzter Versorgung.
Der demografische Wandel eröffnet Chancen für mehr Lebensqualität, Teilhabe und Selbstständigkeit im Alter. Damit das gelingt, setzen wir auf Prävention, koordinierte Versorgung und den Ausbau der Gesundheitskompetenz. Die Digitalisierungsstrategie 2030 des Landes Salzburg unterstützt genau diesen Weg: Sie macht Versorgung effizienter, nahtloser und patientenorientierter und stärkt damit ein leistungsfähiges System, das allen Generationen zugutekommt.
 

Digitale Vernetzung als Fundament

Kernstück der Salzburger Digitalisierungsstrategie ist die digitale Vernetzung der Gesundheitsdiensteanbieter über ELGA und die öffentliche Gesundheitstelematik-Infrastruktur (öGTI). Ein sicherer, schneller Datenaustausch reduziert Doppeluntersuchungen, verbessert die Behandlungsqualität, erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Hausärztinnen und Hausärzten, Fachärztinnen und Fachärzten, Spitälern und Pflege, und stärkt die Rolle der Patientinnen und Patienten durch den Zugriff auf ihre Gesundheitsinformationen. So wird echte Patientenzentrierung möglich – mit schlanken, klar koordinierten Prozessen.
 

eHealth-Apps und Telemedizin: Versorgung neu gedacht

Digitale Anwendungen erweitern Versorgungspfade und bringen Unterstützung in den Alltag. eHealth-Apps helfen beim Monitoring von Vitalwerten, beim Medikationsmanagement und erinnern an Einnahmen oder Termine. Telemedizin – von Videokonsultationen bis zur telefonischen Beratung – schafft wohnortnahe, flexible Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen oder bei eingeschränkter Mobilität. Ob Herzinsuffizienz-, Diabetes-Management oder onkologische Nachsorge: Ziel sind weniger Krankenhausaufenthalte, längerer Verbleib im gewohnten Umfeld und gestärkte Gesundheitskompetenz.
 

Wie wird sichergestellt, dass alle von den digitalen Innovationen profitieren?

Salzburg setzt auf befähigende Maßnahmen: Schulungen, Informationskampagnen und leicht zugängliche Angebote – besonders für ältere Menschen – bauen Hürden ab und schaffen Vertrauen. Digitale Basiskompetenzen werden in Aus- und Fortbildungen verankert. Eine zentrale eHealth-App dient als Datendrehscheibe mit Medikationsübersicht, Vorsorgeerinnerungen, Terminverwaltung und sicherem Dokumentenaustausch. So werden Barrieren gesenkt und die aktive Rolle der Patientinnen und Patienten gestärkt.
 

Welche weiteren Vorteile bringt die Digitalisierungsstrategie für Salzburg?

Die Digitalisierungsstrategie erhöht Effizienz und Qualität und stärkt Salzburg als Innovationsstandort. Forschung und Digitalisierung gehen Hand in Hand, um neue Lösungen zu entwickeln und nachhaltig zu verankern. Künstliche Intelligenz unterstützt Diagnostik und Therapie – etwa bei der Bildanalyse oder beim Erkennen komplexer Muster – und sorgt für schnellere, präzisere Entscheidungen. Das entlastet Fachkräfte und schafft mehr Zeit für persönliche Betreuung.
 

Wie sieht die Vision 2030 für das Gesundheitssystem der Zukunft aus?

Im Zentrum steht ein patientennahes, präventionsorientiertes System, das Lebensqualität spürbar erhöht. Leitprinzip ist die Patientenlenkung zum Best Point of Service: die richtige Versorgung, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Digitale Tools schaffen Transparenz, erleichtern Navigation, Terminmanagement und Zuweisung und unterstützen die Priorisierung nach medizinischer Dringlichkeit. So werden Ressourcen gezielt eingesetzt, Über- und Unterversorgung reduziert und Versorgungswege verkürzt.
 

Wie wird die Digitalisierungsstrategie umgesetzt?

Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis 2030: flächendeckende ELGA-/öGTI-Anbindung, Entwicklung praxistauglicher digitaler Anwendungen und der Aufbau verlässlicher technischer, organisatorischer und rechtlicher Rahmenbedingungen. Regelmäßige Calls for Ideas fördern Innovationen, die nach erfolgreicher Erprobung in die Regelversorgung übergehen. Hohe Priorität haben nationale und europäische Standards für Interoperabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit. So nutzt Salzburg die Chancen der Digitalisierung, um nicht nur älter, sondern gesund älter zu werden.

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