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Gesundheit, Innovation und Standort Österreich: Gemeinsam in die Zukunft

Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer

Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus
Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
Gesundheit ist weit mehr als ein individuelles Gut. Sie ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, gesellschaftliche Stabilität und nachhaltigen Wohlstand. Ein starker Wirtschaftsstandort braucht gesunde Menschen – und ein leistungsfähiges Gesundheits- und Life-Sciences-System ist dafür ein entscheidender Faktor.
 

Gesundheit als Standort- und Produktivitätsfaktor.

Eine gesunde Bevölkerung ist die Grundlage für Wachstum und Beschäftigung. Krankheit, Arbeitsausfälle und frühe Ausstiege aus dem Erwerbsleben belasten nicht nur die Sozialsysteme, sondern schwächen unmittelbar die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Prävention, moderne Medizin und eine effiziente Gesundheitsversorgung sind daher keine Kostenfaktoren, sondern Investitionen in Produktivität, Innovationskraft und Standortqualität.
Gerade in einer Phase zunehmenden Fachkräftemangels wird dieser Zusammenhang noch deutlicher: Wenn Arbeitskräfte fehlen, wird es umso wichtiger, Menschen gesund zu halten und sie möglichst lange im Erwerbsprozess zu begleiten. Wer den wirtschaftlichen Aufschwung nachhaltig absichern will, muss Gesundheitspolitik auch als Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik verstehen.
 

Ein starker Sektor mit großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Der Gesundheits- und Life-Sciences-Bereich ist in Österreich ein zentraler Wirtschaftszweig und bedeutender Arbeitgeber – von der pharmazeutischen Industrie über Medizintechnik bis hin zu Forschung, Pflege und Versorgung. Zehntausende Beschäftigte arbeiten täglich daran, Innovationen zu entwickeln, hochwertige Produkte herzustellen und die Versorgung sicherzustellen. Dieser Sektor verbindet Wertschöpfung, Beschäftigung und gesellschaftlichen Nutzen auf besondere Weise.
 

Der Pharmastandort Österreich: strategische Stärke ausbauen.

Österreich verfügt über exzellente Voraussetzungen im Bereich Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik: hochqualifizierte Fachkräfte, starke Universitäten und Forschungseinrichtungen, leistungsfähige Unternehmen und international anerkannte Infrastruktur. Diese Stärken haben wir bewusst in der Industriestrategie verankert – Life Sciences sind für uns nicht nur ein bestehendes Stärkefeld sondern auch künftig für den Standort Österreich eine zentrale Schlüsseltechnologie.

Doch der internationale Wettbewerb um Investitionen, Talente und Innovationen wird härter. Andere Länder beschleunigen Verfahren, investieren gezielt und schaffen attraktive Rahmenbedingungen. Unser Anspruch ist klar: Österreich muss zurück auf die Überholspur und soll auch künftig ein verlässlicher, innovationsfreundlicher und wettbewerbsfähiger Standort bleiben. Dafür braucht es Investitionssicherheit, effiziente Genehmigungsprozesse, stabile rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.
 

Innovation als Wachstumsmotor – auch in herausfordernden Zeiten.

Innovation ist der Schlüssel für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Wer heute in Forschung investiert, sichert morgen Wertschöpfung, Beschäftigung und technologische Souveränität. Deshalb haben wir im Wirtschaftsministerium trotz notwendiger Budgetkonsolidierung das Forschungsbudget auf hohem Niveau abgesichert. Das ist ein bewusstes Signal: Österreich spart nicht bei seiner Zukunft.

Die FTI-Strategie 2030 gibt dabei die Richtung vor. Unser Ziel ist es, Österreich unter die führenden Innovationsnationen Europas zu bringen. Life Sciences spielen dabei eine herausragende Rolle – von neuen Medikamenten über personalisierte Therapien bis hin zu digitalen Anwendungen im Gesundheitswesen. Innovationen in diesen Bereichen stärken nicht nur die Wirtschaft, sondern verbessern unmittelbar die Lebensqualität der Menschen.
 

Von Ideen zu Wertschöpfung.

Besonders wichtig sind Schutzrechte, Patente und der erfolgreiche Transfer von Forschung in den Markt. Start-ups und Spin-offs bringen neue Dynamik, schaffen Arbeitsplätze und treiben technologische Entwicklungen voran. Sie brauchen einen Regulierungsrahmen, der Innovation ermöglicht, Finanzierung, Zugang zu Infrastruktur sowie Unterstützung bei Skalierung und Markteintritt. Genau hier setzen wir an.
Österreich liegt im European Innovation Scoreboard auf Platz 8. Das ist eine solide Ausgangsbasis – aber auch ein klarer Auftrag, noch besser zu werden. Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Exzellenz konsequent in wirtschaftlichen Erfolg zu übersetzen.
 

Politik als Ermöglicher.

Eine erfolgreiche Gesundheits- und Innovationswirtschaft braucht klare politische Leitplanken: stabile Forschungsbudgets, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Arbeits- und Steuerbedingungen und verlässliche Förderinstrumente. In den vergangenen Monaten haben wir dafür wesentliche Schritte gesetzt – von der Absicherung des Forschungsbudgets über den Ausbau von FTI-Maßnahmen bis hin zu klaren Standort- und Industriesignalen.
 

Der Blick nach vorne.

Österreich kann auf viele Erfolge aufbauen: international erfolgreiche Pharmaunternehmen, innovative Medizintechnik, dynamische Start-ups. Diese Erfolge zeigen, was möglich ist, wenn Leistung, Innovation und unternehmerischer Mut zusammenkommen. Damit das so bleibt, braucht es Konsequenz, Investitionsbereitschaft und eine Politik, die Rahmenbedingungen verbessert statt hemmt.
Das Jahrbuch Gesundheit 2026 soll dazu einen Beitrag leisten: als Impulsgeber, als Plattform für Ideen und als Einladung zur Zusammenarbeit. Ein gesundes Österreich ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viele neue Erkenntnisse.

Ihr
Wolfgang Hattmannsdorfer
Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus

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