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Open-Innovation-Plattformen – Gemeinsam Gestalten wir die Zukunft des Gesundheitswesens!

Irene Fialka

Irene Fialka, Geschäftsführerin INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator und Managing Director Health Hub Vienna
Irene Fialka, Geschäftsführerin INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator und Managing Director Health Hub Vienna

„Open-Innovation-Plattform“ – Was ist das?

Eine Open-Innovation-Plattform ist ein mächtiges Werkzeug, um die dringend nötige Transformation des Gesundheitssystems schneller voranzutreiben. Hier entwickeln die Akteure des Gesundheitswesens, Patient*innen, Ärzt*innen, Forschung, Start-ups, Versicherungen, Politik usw. gemeinsam innovative Lösungen und neue Versorgungsmodellen. So kann Innovation von allen mit getragenen werden und stößt nicht gleich an der nächsten Ecke schon auf Widerstand. Die Gesundheitsversorgung gewinnt nachhaltig an Qualität bei gleichzeitig höherer Effizienz.

Open-Innovation-Plattformen sind generell offen gestaltete, auf Kooperation ausgerichtete Strukturen (physische Orte wie auch digitale Räume), wo unterschiedliche Organisationen und deren Zielgruppen, auch Mitbewerber, zusammenarbeiten, um Innovation voranzutreiben und die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Dazu braucht es strukturierte Prozesse und einen offenen, transparenten Austausch über die unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen und Interessen. Unter einem Dach (oft digital unterstützt oder auch ausschließlich virtuell) wird gemeinsam an Problemen, besseren Prozessen, neuen Ideen und Lösungen gearbeitet. Das Prinzip der offenen Zusammenarbeit über die Organisationsgrenzen hinweg ermöglicht, Innovationsprozesse zu beschleunigen, effizienter zu gestalten und v.a. bessere Lösungen zu schaffen als es einzelne Stakeholder mit limitierten Ressourcen alleine schaffen könnten.

 

Die Kernelemente einer erfolgreichen Open-Innovation-Plattform

Das Wichtigste und auch die größte Herausforderung ist die Vernetzung und die offene Zusammenarbeit von möglichst allen Akteureninsbesondere Patient:innen und deren Angehörige, Patientenvertretungen, aber auch Vereine, Ärzt:innen und Ärztekammer, Pflegekräfte und Pflegeanbieter, Krankenhausbetreiber und niedergelassener Bereich, Forschende und Public Health Expert*innen, Start-ups und etablierte Unternehmen, Krankenkassen und Versicherungen, (Zulassungs-) Behörden, Gesundheitsökonomie, und noch mehr. Im besonders in Österreich stark fragmentierten Gesundheitswesen - die Liste der Genannten ließe sich fortführen - sind die Interessen sehr unterschiedlich und die Barrieren für Veränderung hoch. Solche Plattformen fördern das Verständnis füreinander, schaffen Vertrauen und führen zur besseren Akzeptanz neuer Versorgungsmodelle und Technologien.

In einem strukturierten, partizipativen Co-Creation Prozess profitieren alle Akteure von den Alltagserfahrungen aller. Für mehr Patientenzentrierung braucht es Betroffene und deren Vertretung / Angehörige. Forschungseinrichtungen, Startups und Unternehmen bringen ihre Lösungsvorschläge ein. Man findet schneller Partner, neue Ideen können in Pilotprojekten rascher getestet werden und bleiben auch weniger leicht in der „Pilotitis“ stecken, sondern werden schneller ausgerollt, wenn alle an der Entwicklung mitgearbeitet haben. So kommen Innovationen rascher in den Klinik- oder Versorgungsalltag und senken die Kosten im Gesundheitswesen.

Ein wesentlicher Aspekt ist oft der erleichterte Zugang zu Daten, z.B. durch gemeinsame Gestaltung interoperabler Gesundheitsdaten für bessere KI-Modelle, zu Technologien, Informationen und Studienergebnissen, die u.U. nicht überall bekannt sind, und zu Studienteilnehmer*innen für eine raschere Zulassung neuer Technologien.

Die große Auswahl an unterschiedlichen Lösungen ist im Alltag eher eine Herausforderung. In Kooperation mit anderen profitiert man daher nicht nur von deren Erfahrungen und Sichtweisen, sondern kann eine bessere, durch das Mehr-Augen-Prinzip sicherere Entscheidung treffen und muss nicht jede Lösung selbst testen. Weniger Doppelarbeit und Zugriff auf Best Practice Erfahrungen spart wichtige Systemressourcen ein.

Offene Innovationsprozesse führen meist zu kosteneffizienteren und nachhaltigeren Lösungen. Der offene Austausch zwischen Jung und Alt, zu Behandelnden und Behandlern, Querdenkenden und Etablierten trägt bei zur Digitalisierung und Entbürokratisierung im Gesundheitswesen. Solche Plattformen liefern der Politik Stimmungsbilder, Informationen, integrative Lösungsvorschläge für das Vorantreiben der Transformation in Richtung Health Literacy, Eigenverantwortung, Prävention, Patienten-Zentrierung, Telemedizin, Interoperabilität, Digitalisierung oder personalisierte Medizin, um das in Österreich starke Gesundheitswesen auch in Zukunft auf der gebotenen hohen Qualität leistbar zu machen.

 

Beispiele an Open-Innovation-Plattformen gibt es Genug!

Den Health Hub Vienna gibt es dank der Unterstützung der UNIQA Stiftung und vieler anderer Unternehmen seit 2018. Das erste Austrian Health Forum fand 2019 statt. 2021 wurde das Future Health Lab gegründet und eröffnete 2023 seine Pforten im Cape10, gleich neben anderen Sozial- und Gesundheitsinstitutionen wie zB einer Kinder-Primärversorgungseinheit (PVE) für armutsgefährdete Kinder oder dem Tageszentrum Obdach Ester für wohnungslose Frauen.

Es gibt Europa-weite Initiativen, an denen Österreich beteiligt ist: 2022 wurde EIT Health Austria gegründet als österreichischer Innovation Hub des Europa-weiten Netzwerks. Der European Health Data Space, in dem sich Österreich von Anfang an engagiert, wurde in einem offiziellen Kick-off Event 2022 vorgestellt und schaffte im März 2025 den rechtlichen Rahmen für die Nutzung und den Austausch von elektronischen Gesundheitsdaten in der EU.

Es gibt also keine Ausreden mehr. Andocken und Mitgestalten ist das Gebot der Stunde.

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